Respekt durch Schubert

Extra | KARL A.DUFFEK | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

SOZIALWISSENSCHAFT. Richard Sennett, mittlerweile in London lebender Starsoziologe, beschäftigt sich in seinem neuen Buch mit Fragen der zwischenmenschlichen Anerkennung. Praktische politische Umsetzungsvorschläge bliebt er allerdings schuldig. 

Wie wird man als Sozialwissenschaftler ein Star? Ulrich Beck, Anthony Giddens und Richard Sennett haben jeweils diese Frage jeweils für sich auf ähnliche Weise beantwortet: Überschreite die Grenzen deines Faches, sei nicht allzu wissenschaftlich, und schreib über Dinge, die nicht nur die Fachkollegen interessieren. Beck hat einst die Liebe und das Risiko entdeckt, Giddens ebenfalls die Liebe und später - zur Freude von Tony Blair - die Politik, Sennett erst die Tyrannei der Intimität, später den hässlichen Kapitalismus, der den Charakter zerstört.

  Alle drei haben die Niederungen der empirischen Arbeit hinter sich gelassen und sich einen essayistischen Stil zu Eigen gemacht, der über Untiefen in der Durchdringung des Gegenstands hinwegrettet.


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