Medien als Mythen

FRANK HARTMANN | Extra | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

MEDIENGESCHICHTE. Michael Giesecke und Siegfried Zielinski haben zwei subversive Bücher geschrieben, die sich mit Geschichte und Gegenwart der kulturellen Leitmedien auseinander setzen - und die bei aller Gegensätzlichkeit untergründig miteinander kommunizieren. 

Bekannt wurde der in Erfurt lehrende Literaturwissenschaftler Michael Giesecke als versierter Theoretiker der frühneuzeitlichen Medienrevolution. Seine Thesen zur Durchsetzung der Buchkultur - eine in Fachkreisen umstrittene Fallstudie, weil er diese in die Begrifflichkeit der Informationsverarbeitung zu fassen gewagt hat - wurden nun ausgeweitet und aktualisiert. Gieseckes zentrale Forderung: Medienpolitik braucht zeitgemäße Analysekriterien und muss sich von den Mythen der Buchkultur lösen.

  Zu diesen Mythen zählt Giesecke die unkritische Würdigung einer typographisch verfassten Vernunft, die nicht erkannt wird als das, was sie ist: ein Medium der sozialen Informationsverarbeitung nämlich, das jetzt durch andere

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