ESSEN & KULTUR: Schnitzel & Salz

MARTIN DROSCHKE | Extra | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

Essen ist gesund und macht glücklich! Will der Koch auf Nummer sicher gehen, verlässt er sich am besten auf Rezepte, die bereits Generationen von Genießern begeistert haben. Zum Beispiel auf Wiener Schnitzel. Und kümmert sich bitte nicht um einen politisch eventuell nicht korrekten Ursprung. Wüsste er, dass die Ortsangabe im Namen des heimischen Fleischklassikers ein Ausdruck habsburgischer Arroganz ist, würde er womöglich seine Freude am Kalb- bzw. Schweinefleischklopfen verlieren.

  "Von Absinth bis Zabaione" heißt ein Lexikon von Hannes Bertschi und Marcus Reckewitz über die Herkunft beliebter Magenwärmer, das mitunter verblüffende Anekdoten über Kaiserschmarrn, Döner-Kebab und 93 weitere Köstlichkeiten zutage fördert. Mit Wien, ist darin zu lesen, hat das Wiener Schnitzel nicht mehr zu tun, als dass sich Radetzkymarsch-Joseph Wenzel Graf Radetzky die in Mailand entwickelte Kunst des Panierens zu Eigen machte - nicht wissend, dass die Italiener sie sich von den spanischen

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