Armer Arthur!

Extra | ALFRED PFOSER | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

KULTURGESCHICHTE. Der US-Historiker Peter Gay bietet ein weiteres Mal Innenansichten des 19. Jahrhunderts. Doch sein neues Buch ist nur ein schaler Aufguss seiner bisherigen Arbeiten zum goldenen Zeitalter des Bürgertums. 

Am Schluss kommt es knüppeldick. Peter Gay, US-amerikanischer Kulturhistoriker und Psychoanalytiker mit deutschen Wurzeln, ergeht sich in einer Predigt über und für das menschliche Dasein. Und er verkündet emphatisch, wie die Bürger zwischen 1814 und 1914 mit ihrem Leben und ihren vielfältigen Anstrengungen dieses Amt des Menschseins aufs Schönste erfüllt hätten: Das 19. Jahrhundert sei bewundernswert, die viktorianische Ära ein leuchtendes Vorbild, das Bürgertum trotz kleiner Unzulänglichkeiten eine strahlende Erfüllerin humanistischer Aufklärung.

  Eine Klasse also, an der die Leute von heute Maß nehmen könnten. Denn ihre Einstellungen zur Arbeit, zur Liebe, zur Wissenschaft, zur Kultur, zur Aggression, zur Schönheit, zur Kleidung, zur Sprache, zur


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