Verkehrte Konversion

Extra | MARTIN TREML | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

BIOGRAFIE II. Der Wiener Ethnologe Günther Windhager erzählt, wie aus Poldi Weiss Muhammad Asad wurde, einer der bedeutendsten Islamkenner des frühen 20. Jahrhunderts und Mitbegründer Pakistans.

Ein junger Mann, geboren und aufgewachsen im Osten des Habsburgerreichs, Enkel eines frommen Rabbiners, aber der jüdischen wie jeder Religion entfremdet, kommt mit seiner Familie in den ersten Kriegsmonaten auf der Flucht nach Wien. Er besucht hier mit mäßigem Erfolg die neu eingerichteten "Parallelklassen für Schüler aus Galizien und der Bukowina" an diversen Anstalten. 1918 beginnt er, der vor allem im Kaffeehaus unter Literaten lebt, ein geisteswissenschaftliches Studium, um nach baldigem Abbruch seiner akademischen Bemühungen, aber ohne Wissen des Vaters (die Mutter ist 1919 gestorben) nach Deutschland zu flüchten.

  In Berlin verdingt sich Leopold Weiss als Drehbuchautor und Zeitungsbeiträger. Auf Einladung eines Onkels, der als Psychoanalytiker in Jerusalem praktiziert, bereist


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