Erinnerung eines Vergessenen

DANIELA SANNWALD | Extra | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

FILMGESCHICHTE I. Ein von Michael Omasta herausgegebener Sammelband würdigt das Schaffen des bald 95-jährigen, von den Nazis vertriebenen Foto- und Filmavantgardisten Alexander "Sasha" Hammid, vormals Hackenschmied. 

Eine Aufgabe der Filmgeschichtsschreibung ist es, historische Lücken zu schließen, und das gilt ganz besonders da, wo die exilierten Filmschaffenden betroffen sind - jene Verfolgten des Naziregimes, deren Karrieren durch die erzwungene Flucht unvorhergesehene Verläufe und Wendungen nahmen. Alexander Hammid, ursprünglich Hackenschmied, geboren 1907 in Linz, aufgewachsen im tschechischen Chrudim, gehört fraglos zu ihnen. Er ist indes, wenn überhaupt, eher als Fotograf denn als Filmemacher bekannt geworden - und in beiden Gebieten vor allem als Avantgardist, was einen Künstler in der Regel nicht populärer macht.

  Gegen das Vergessen richtet sich der Sammelband "Tribute to Sasha", der sich dem weniger bekannten Teil des Gesamtwerks, nämlich der Filmarbeit von Alexander

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