Laaer Berg, monumental

Extra | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

FILMGESCHICHTE II. Der Prachtband "Imaginierte Antike", begibt sich auf die Spur eines filmhistorischen Kuriosums: des österreichischen Monumentalfilms der Zwanzigerjahre. 

Dem Avantgardefilmemacher und leidenschaftlichen Satanisten Kenneth Anger waren sie der Inbegriff der Dekadenz der Unterhaltungsindustrie: "Hollywood Babylon" nannte Anger jene maßlosen, von Hunderten Handwerkern errichteten und von mexikanischen Komparsen bevölkerten Kulissen antiker Anmutung, die Regisseur D.W. Griffith in den 1910er-Jahren für Epen wie "Intolerance" aus dem kalifornischen Boden stampfen ließ.

  Dass diese Großmannsucht auch im Österreich der Zwanzigerjahre ihre Ableger fand, belegt nun ein umfangreicher und prächtig illustrierter Band des Filmarchivs Austria: "Imaginierte Antike" erörtert anhand der Beispiele "Sodom und Gomorrha", "Die Sklavenkönigin" (beide von Michael Kertész, der später als Michael Curtiz in den USA unter anderem "Casablanca" inszenierte), "Samson und Delila" sowie

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