Sense & Sensibility

Extra | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 41/02 vom 09.10.2002

THEATER. Die Regisseure Frank Castorf und Martin KusÇej sind einander im Prinzip ähnlich, aber auch ganz anders. Das gilt auch für ihre Biografen. 

Beatles oder Stones? Wer jemals eine Inszenierung von Frank Castorf gesehen hat, kennt die Antwort: eindeutig Stones. Die aggressiven, offensiv sexuellen Hits von Mick Jagger & Co. haben dem jungen Mann in der DDR der späten Sechzigerjahre Mut gemacht; die harmonisch komplizierteren, poetischeren Songs von Lennon & McCartney waren dem frühen Castorf nicht ganz geheuer: "Kritisch tastend nähert er sich dem Entgrenzungsangebot, das diese Poesie samt der damit einhergehenden Vertonung macht", schreibt Castorf-Biograf Robin Detje. "Aber so ganz entgrenzen lassen möchte er sich nicht. Lieber wäre es ihm, er könnte das, was ihn da bedrängt und verlockt, intellektuell entschlüsseln, bevor es ihn ganz und gar packt."

  Beatles oder Stones? Wer jemals eine Inszenierung von Martin KusÇej gesehen hat, kennt die Antwort: weder noch. Vermutlich


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