VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 42/02 vom 16.10.2002

... warnte Armin Thurnher vor Salmonellen: "Jedes zweite Huhn hat sie, nur der Gesundheitsminister weiß es nicht."

Am Montag versammelten sich der Gesundheitsminister, die Vizebürgermeisterin und der Handelskammerpräsident mit Journalisten zum Verzehr von Hendln vor und für Fernsehkameras. Die gestellte Aufgabe, nämlich die Appetitlichkeit von Hühnerfleisch mimisch darzustellen, wurde zufriedenstellend gelöst. Zweck der Übung: Österreichs Hendln, von der Öffentlichkeit der Salmonellenverseuchung verdächtigt, sollten davon reingewaschen werden. Denn, so wußte der Kurier, das "Federvieh geriet schuldlos in die Krise". Die Krise, das war eine Epidemie samt Todesopfern, welche im heurigen August in der Steiermark zu beklagen waren. Vor laufenden Kameras erhob sich also Minister Steyrer und erklärte locker, aber feierlich, schuld seien keineswegs die Hendln gewesen, nach eingehender Untersuchung werde angeklagt der Kartoffelsalat. Wie kommt die Salmonelle in den Salat? Dadurch, dass man gleichzeitig mit Huhn und Salat hantiert, ein Vorgang, der sich vor allem bei größeren Speisemengen schwer vermeiden lässt. Was für einen Sinn aber hat es, so zu tun, als gäbe es überhaupt keine Salmonellen auf Hühnern?


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