Charisma-Studien

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 42/02 vom 16.10.2002

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT. Bis zur Wahl wird uns die Frage nicht mehr loslassen: Wer wirkt warum wie gut?

Vor ein paar Tagen war ich in Berlin. Nichts Besonderes, wissen Sie, ein bisschen Parlieren zum Tag der deutschen Einheit. Den Deutschen sagen, wie man sie von Österreich aus sieht. Das hat sie nicht wirklich rasend interessiert, zugegeben, und auch mein Charisma vermochte daran wenig zu ändern. Ich hatte keine Chance. Kaum hatte ich ihnen erklärt, dass wir hier Buchtitel wie "Deutsche Erzähler von Rilke bis Handke" eher weniger schätzen, als ein Mitdiskutant den deutschen Schriftsteller Heimito von Doderer lobte.

  Deutsch-Österreichisches ist nicht das Hauptthema dieser Kolumne; es geht um Charisma. Obwohl ich zugebe, die Wirkung des deutschen Wahlergebnisses auf Österreich unterschätzt zu haben. Die Knappheit von Ergebnissen ist angesichts der Tatsache schnell vergessen, dass es Ergebnisse sind. Wäre Rot-Grün in Deutschland abgewählt worden, es wäre eine politische Episode


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