MEINUNGSFORSCHER: "Eine Katastrophe"

Politik | GERALD JOHN | aus FALTER 42/02 vom 16.10.2002

Wären seine Hände nicht mit Lenken beschäftigt gewesen, hätte Georg Pflug zum Handy gegriffen und erbost angerufen. Übers Autoradio hatte ihm gerade der Meinungsforscher Wolfgang Bachmayer erklärt, wie denn die Österreicher über den eben eskalierten Krach bei der FPÖ dachten. Auf welche Daten sich denn seine Analyse stütze, wollte der Interviewer zum Abschluss wissen. "Für eine Umfrage war viel zu wenig Zeit", antwortete Bachmayer.

  "Das ist eine Katastrophe", schimpft der Hörer Pflug: "Meinungsforschung heißt doch nicht, seine eigene Meinung zu erforschen."

  Pflug und Bachmayer sind vom selben Fach. Doch während der Vorstand des Instituts für Statistik an der Uni Wien im stillen Kämmerchen forscht, lässt Bachmayer die Resultate seiner Arbeit alle paar Tage in den Medien publizieren. Meinungsforscher wie der OGM-Chef sind die Hauptdarsteller im Wahlkampf, weil sie das einzige echte Thema ständig anheizen: das rot-schwarze Kopf-an-Kopf-Rennen um den Kanzler. Und daran


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