WIRTSCHAFTSFORSCHER: Maulkorb für Marterbauer

Politik | aus FALTER 42/02 vom 16.10.2002

Die Elite war vollzählig angetreten: der Staatssekretär, der Sektionschef, der Chefökonom und natürlich der Boss selbst. FP-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Herr über das Nulldefizit, hatte Alarm geschlagen: Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hatte sich erdreistet, wegen der schlechten Konjunktur fürs Jahr 2002 ein Budgetdefizit von 0,3 Prozent vorauszusagen. Am Vorabend der offiziellen Präsentation luden Grasser und sein Stab deshalb Journalisten zu einem Hintergrundgespräch, um die Wifo-Prognose verbal in Grund und Boden zu stampfen. "Auf ziemlich aggressive Art", erinnert sich ein Zuhörer an das Treffen im Vorjahr.

  So war es unter Schwarz-Blau oft. Die Regierung versprach Wirtschaftswachstum und Nulldefizit. Das Wifo prognostizierte das Gegenteil. Nun eskalierte der Konflikt: In der ORF-"Pressestunde" vergangene Woche unterstellte ÖVP-Klubobmann Andreas Khol dem Wifo-Forscher Markus Marterbauer, "Parteipropaganda im Mantel des Wirtschaftsforschungsinstitutes" zu


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