"Ein Visum fürs Hasi"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 42/02 vom 16.10.2002

KORRUPTION. Jahrelang verschenkte das Innenministerium Visa an kriminelle Spitzel, um an Informationen über die Unterwelt zu gelangen. Nur die Spitze eines Eisberges.

Irgendwann wird alles öffentlich. Spätestens vor Gericht darf jeder zuhören. Oder doch nicht? Im Juni, beim letzten Mafiaprozess mit dem Kronzeugen Peter H., hatte das Innenministerium Dutzende Polizisten in aller Früh ans Landesgericht beordert, um alle Sitzplätze im Gerichtssaal für sich zu besetzen. Vor dem Saal drängten WEGA-Beamte die Journalisten ab. Niemand sollte hier mitbekommen, was der Kronzeuge über die dubiosen Praktiken der Dealer und der Polizei erzählte.

  Kronzeuge Peter, so viel drang nach außen, sprach nicht nur über die Taten der Mafia, sondern auch über jene des Sicherheitsbüros. Er plauderte über Praktiken in Österreichs Fremdenwesen, die in Zeiten restriktiver Fremdenpolitik den Stoff zum handfesten Skandal liefern: Schwerkriminelle wurden jahrelang mit Aufenthaltstiteln versorgt, solange


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