1988 und andere Katastrophen

Kultur | MAYA MCKECHNEAY | aus FALTER 42/02 vom 16.10.2002

VIENNALE. In seinem furiosen Debütfilm "Donnie Darko" lässt Richard Kelly die späten Achtzigerjahre als Angstraum eines paranoiden Teenagers wieder erstehen.  Das erste Mal begegnen wir Donnie Darko im Morgengrauen. Er liegt auf dem Asphalt einer Landstraße und schläft. Schließlich erwacht er, steigt auf sein Rennrad und saust, begleitet von düsteren Gitarrenakkorden, einen Hügel hinab. Wir folgen der Talfahrt des Titelhelden in eine amerikanische Kleinstadt, ins Jahr 1988, hinein ins Dickicht einer surrealen Handlung, die - wie könnte es bei diesem Abwärtstempo anders sein - auf eine Katastrophe zuläuft.

  Es fällt schwer, "Donnie Darko", den ersten Spielfilm des kalifornischen Filmhochschulabsolventen Richard Kelly (Jahrgang 1975), einem Genre zuzuordnen: Thriller? Horror? Science-Fiction? Psychodrama? Es ist nicht einmal ganz einfach zu sagen, ob die Grundstimmung nun euphorisch oder tragisch ist. Vielleicht liegt sie irgendwo im Zwischenbereich bei einem Gefühl, das


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