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Kultur | PETRA RATHMANNER | aus FALTER 42/02 vom 16.10.2002

THEATER. Die Gruppe Kinetis will die angloamerikanische Form des Storytelling auch in Wien etablieren. Peinlichkeiten sind willkommen. 

Flirten ist wie Vorsprechen: Man wird taxiert, spielt dem anderen etwas vor, zeigt sich von seiner besten Seite, bekommt rote Backen, feuchte Hände - aber nur selten die Hauptrolle. Diesen Vergleich zwischen der Suche nach einem Liebespartner und jener nach einem Schauspieler legt "Audition", das neue Stück der Theatergruppe Kinetis, auf höchst amüsante Weise nahe: Der unsichere Softie, die taffe Checkerin, die schüchterne Romantikerin und der coole Typ werden aufeinander losgelassen. Zumindest verbal. Die vier Charaktere stehen in übergroßen Herrenanzügen jeder für sich in einer Ecke des Bühnenraums im dietheater Konzerthaus. Das Publikum sitzt auf schmalen Holzbänken in der Mitte. Was die Figuren erleben, wird nicht szenisch dargestellt, sondern über die Köpfe der Zuschauer hinweg ausschließlich erzählt. Das gibt genügend Stoff für Missverständnisse


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