Hose runter!

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 42/02 vom 16.10.2002

THEATER. Tanz den Ludwig Wittgenstein: die neue Zumutung der Extremisten vom Theatercombinat Wien. 

Eine Frau zieht ihr Oberteil aus und spielt mit ihren Brüsten. Ein Mann holt seinen Penis aus der Hose und wichst. Eine Frau fällt auf den Boden. Ein Mann zwickt sich in die Brustwarzen. Eine Frau entblößt ihre Scham.

  Soweit die Höhepunkte aus der fast drei Stunden langen Produktion "Anatomie Sade/Wittgenstein", die das Theatercombinat Wien derzeit in einem Rohbau am Lerchenfelder Gürtel zeigt. Verglichen mit der letzten Wiener Arbeit der Gruppe, der 36-stündigen Performance "Massakermykene" im Schlachthof St. Marx (Dezember 2000), ist die aktuelle Inszenierung zwar erstaunlich kompakt geraten; in der Kälte der Nacht, ohne Sitzplätze und klassische Dramaturgie sind aber auch drei Stunden eine ganz schöne Zumutung.

  Konventionelle Produktionsbedingungen lehnt das von Claudia Bosse und Josef Szeiler (der diesmal nicht beteiligt war) gegründete Theatercombinat einigermaßen


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