Wolferl M. rettet die Welt

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 42/02 vom 16.10.2002

KINDERTHEATER. Im Kabarett Niedermair findet ein musikalisch unbegabter Panda zu seiner Bestimmung, im Renaissancetheater rettet Mozart die Fantasie. 

Die Einsicht, dass Kinder diszipliniert gehören, wird heute leider allzu gerne als knasterbärtige Kamellen abgetan. Die Kritik schwarzer Pädagogik ist einem Generalverdacht gegen jedwede erzieherische Anstrengung gewichen, und eine moralisch verkommene Erwachsenenwelt stiehlt sich aus der Verantwortung, indem sie nachkommende Generationen einer Bewusstseinsindustrie überlässt, die sich mit platt antipädagogischem Entertainment bei der Jugend einzuschmeicheln sucht. Seit geraumer Zeit bespielt etwa das Kabarett Niedermair seine Kinder-Musical-Schiene mit Produktionen wie "Pippi Langstrumpf" oder "Papageno & der kleine Mozart", die das anarchische Potenzial, das - angeblich! - in den Kindern steckt, gegen den Zugriff der Erwachsenenwelt verteidigen.

  Mit "Panda Panda" wird nun das Drama des begabten durch das Drama des unbegabten Kindes


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