"Cool und kriegerisch"

Kultur | ALEXANDRA MILLNER | aus FALTER 42/02 vom 16.10.2002

LITERATUR. Liesl Ujvary ist deklarierte "Neophile": Sie liebt das Neue, eignet sich die jüngsten Computerprogramme und wissenschaftlichen Diskurse an und treibt mit ihnen ein hintergründiges Spiel, in dem das Ich außer Kontrolle gerät. 

Sie finde ihre Texte keineswegs schwierig, beteuert Liesl Ujvary, sondern " deppeneinfach". Jeder ihrer Sätze könnte auch in der Kronen Zeitung stehen: "Ich tue es die ganze Zeit." Zum Beispiel. Aber was tut sie? Liesl Ujvary konstruiert Sätze, die einfach sind. Ihre Prosa besteht allerdings nicht aus einzelnen Sätzen, sondern aus Tableaus, die absatzweise Bewusstseinsräume eröffnen. Diese werden unvermittelt wieder geschlossen - cut -, um ein neuerliches Eintauchen zu ermöglichen; ein Eintauchen in die Wahrnehmungslandschaft eines nicht greifbaren Ich, das sich assoziativ treiben lässt.

  An dieser Stelle bitte nicht an Befindlichkeitsprosa denken! Denn Liesl Ujvary konfrontiert in ihrem neuesten Buch "Kontrollierte Spiele" ein Ich mit Versatzstücken


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