StadtMenschen

Stadtleben | aus FALTER 42/02 vom 16.10.2002

Zum Beispiel Tomaten. Da rührt sich wenig, das klingt sehr deutsch. Anders bei "Paradeiser": Da ist der Mund heftig in Bewegung, das ist angewandte Verbalerotik, da "klingt das Wort Paradies mit", sagt Thomas Zauner. Oder "schmusen". Wenn ein Österreicher schmust, dann küsst er leidenschaftlich, ein Deutscher hingegen, verrichtet er dieselbe Tätigkeit, glaubt ganz fest daran, dass er nur jemanden liebkost; hierzulande nennt man das "schmudeln". "Sch-mu-deln", prononciert Zauner, 34 und Programmleiter des Bereichs Sachbuch beim Verlag Ueberreuter, Silbe für Silbe. Wieder einmal, und das nicht witzlos, wird nun in dem Vademekum "Sprechen Sie Österreichisch?" (96 S., Ueberreuter, 9,90 Euro) von Zauner und seinem Kollegen Alfred Schierer, 34, versucht, die Unterschiede zwischen Deutschen und Österreichern, die sich bekanntlich durch die gemeinsame Sprache unterscheiden, herauszuarbeiten; auf einer dazugehörigen CD österreichern Dolores Schmidinger und Christoph Grissemann. Dirk Stermann ist und bleibt deutsch. Infos: www.sprechensie.at Wo. P.


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