Die HÄRTEFÄLLE Der Caritas: "Das ist menschenverachtend"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 43/02 vom 23.10.2002

Der Innenminister gibt sich betroffen. "Menschenverachtend" sei es, "Listen mit Menschen" zu erstellen, so Ernst Strasser im Falter. Adressaten seines Zorns sind Funktionäre der Caritas. Dabei hatten die nichts anderes getan, als eine Dokumentation jener Härtefällen zusammenzustellen, für die die Caritas intervenierte.

  Die Caritas kratzt mit der Liste am christlichen Image des Innenministers. Strasser hatte durch seine "Reform" der Bundesbetreuung bestimmte Asylwerber (etwa aus dem Kosovo, Georgien, Nigeria, Aserbaidschan) einfach aus ihren Unterkünften werfen lassen. In vielen Fällen wurde die restriktive Weisung auch noch verschärft ausgelegt. Das Ergebnis: Schwangere, Mütter, die gerade entbunden haben, Familien mit Kleinkindern und alte Ehepaare wurden von einem Tag auf den anderen auf die Straße gestellt.

  Die Caritas hat mittlerweile eine Klage gegen die Weisung Strassers vor dem Verfassungsgerichtshof in Aussicht gestellt. "Wir sind am Ende unserer Kapazitäten", klagt


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