DAS HAIDER-IRAK-PROTOKOLL: "Ja, dann gehen wir zum Präsidenten"

Politik | aus FALTER 43/02 vom 23.10.2002

Jörg Haider schilderte vor dem Untersuchungsausschuss, wie es zu dem Treffen mit Saddam Hussein kam:

  "Und während wir auf diesem Weg zum Flughafen waren, wurde die Eskorte gestoppt. Es hat geheißen: ,Zurück zum Hotel, es gibt noch einen Termin.' Bin ich wieder zurück zum Hotel. Meine Begleiter wurden wieder ins Hotel verfrachtet. Sie durften also nicht mit; es ist ein politischer Termin. Dann bin ich also zu einigen Stationen geführt worden. Ich bin also zuerst in ein sehr schönes europäisches Haus gebracht worden; von einer Reihe von Sicherheitsleuten. Das war sehr luxurös eingerichtet, aber ganz europäisch. Habe ich gefragt: ,Was ist das für ein Haus?', hat es geheißen: ,Ja, das ist ein Geschenk Dänemarks an den irakischen Staatspräsidenten, und das gilt als Gästehaus.' Ich bin dort eine halbe, dreiviertel Stunde gesessen, habe Tee bekommen und Kaffee. Ich habe mir gedacht: ,Jetzt werde ich halt irgendjemand treffen, hier.' Dann hat es wieder geheißen, nein, wenn ich fertig bin mit meinem Tee, dann geht es weiter. Dann bin ich wieder ins Auto verfrachtet worden. Wir sind zur nächsten Station gefahren, irgendwo in Bagdad. Ich kann es nicht nachvollziehen; es ist ja relativ verwirrend. Ich bin also dort, in Bagdad, in irgendeinen Palast gebracht worden, wo ich wieder warten musste. Dann bin ich weitertransportiert worden in den nächsten Palast. Dort hat Tarek Asis auf mich gewartet. Tarek Asis hat dann auch noch einen Tee mit mir getrunken und hat gesagt, ob ich bereit bin, zum Präsidenten zu gehen. Habe ich gesagt: ,Ja, dann gehen wir zum Präsidenten.'"


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