FERNSEHEN

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 43/02 vom 23.10.2002

Die Kollegin meint, dieses Urteil könne nur auf völlige Überarbeitung zurückzuführen sein. Aber, nein, es stimmt auch beim zweiten und dritten Ansehen des neuen "Wien heute": Markus Pohanka hat was. Wie er nun in der neuen, flotteren Dekoration vor der Skyline von Wien sitzt und nicht mehr steht, kommt der Moderator plötzlich nicht mehr so unerträglich steif, fad und farblos über den Schirm wie früher. Er hat etwas Nettes, das ihn noch zum Liebling der Zuschauer und vor allem Zuschauerinnen - Wien ist eine sehr alte Stadt - machen wird. Die müssen sich aber wahrscheinlich noch an den neuen Stil der restlichen Sendung gewöhnen: keine braven, öden 08/15-Beiträge mehr. Jede Story wird zur mitreißenden Reportage samt Aufsager vom Redakteur am Ort des Geschehens und minutenlangen Augenzeugenberichten. Jetzt fehlt eigentlich nur mehr, dass in Wien genug wilde Dinge passieren, die zu diesem atemlosen Stil passen - damit die Sendung nicht mehr stellenweise wie eine Satire auf ein deutsches Boulevardmagazin wirkt. Und so mancher Reporter könnte auch noch ein bisschen mehr rasende Begeisterung zeigen. Aber das wird schon.


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