Kommentar - Donnerstags im ORF: Zappen als Prinzip


KLAUS NÜCHTERN
Kultur | aus FALTER 43/02 vom 23.10.2002

Man soll die "Kunststücke" des ORF nicht a posteriori mythisieren. In den letzten Jahren habe ich eher zufällig hineingezappt als vorsätzlich zugeschaut - und meistens arrivierte Kabarettisten dabei beobachtet, wie sie dem Publikum halb- bis unlustige Nachwuchskabarettisten näher zu bringen versuchten. Die "Kunststücke" waren freilich auch ein Magazin, das spröderen Stoff präsentierte oder präsentieren hätte können; das zeitgenössischer Kunst Sendefläche bot.

Nun gibt es statt der "Kunststücke" nur noch eine Sendefläche. Sie ist, wie man der präventiven Begleitpropaganda entnehmen konnte, für junge Menschen gedacht. Denken Sendungsmacher intensiv an ihre Zielgruppe, werde ich von spontanem Misstrauen befallen. Nicht ganz zu Unrecht, wie sich nach der Premiere erwies. Die Donnerstagnacht auf ORF 1 befindet sich nun endgültig fest im Würgegriff kabarettistischer Unterhaltung: Zu Beginn tut sich der auf dem Gebiet sprachlicher Mimesis zweifelsohne begabte, allerdings noch

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