Beethoven beobachten

Kultur | CARSTEN FASTNER | aus FALTER 43/02 vom 23.10.2002

MUSIK. Rollende Motorik, souveräner Überblick: Piotr Anderszewski veröffentlicht eine packende Einspielung mit Bach-Partiten und gibt mit Beethoven sein Solodebüt in Wien. 

Alle haben sie mitgemacht, als Anton Diabelli 1818 die "vorzüglichsten Tonsetzer und Virtuosen Wiens und der k.k. österreichischen Staaten" um einen Beitrag für ein geplantes All-Star-Kompendium bat, das seinem neu gegründeten Verlag die nötige Aufmerksamkeit des Publikums sichern sollte: Über einen vom Verleger persönlich verfassten, plumpen Walzer im Ländlerstil sollten die fünfzig bekanntesten Komponisten der Zeit je eine Variation schreiben; Franz Schubert sandte ebenso ein wie das achtjährige Wunderkind Franz Liszt. Einzig der vorzüglichste aller Tonsetzer und Virtuosen, Ludwig van Beethoven, wies Diabellis Bitte zunächst schroff zurück - nur um vier Jahre später sich und der Welt doch noch einmal eindrucksvoll zu beweisen, wer nun wirklich der Größte ist.

  Typisch Beethoven: Statt einer lieferte


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