Begnadete Körper

DREHLI ROBNIK | Kultur | aus FALTER 43/02 vom 23.10.2002

FILM. "Austin Powers in Goldmember", der dritte Teil des Retro-Klamauks mit dem zeitreisenden Agenten, singt das Lob des Leberflecks und der Schuppenflechte. 

In einer seiner wenigen ernsten Rollen hatte Mike Myers, der Star der Austin-Powers-Trilogie, 1998 eine unvergessliche Szene als Besitzer des Studio 54 in der gleichnamigen Hommage an die Hochburg der Disco-Ära: Als er, total zugekokst, einen aus seinem Familienalltag flüchtenden Burschen in den inner circle des Szenelebens einführt, kotzt er sich mitten im Dialog unversehens an. Dieser Schlüsselmoment bietet quasi die Basiskoordinaten des Austin-Powers-Kosmos: den Retro-Stil, der altes Popkulturgut zelebriert, die Schauwerte von Körpersäften und die freakige Alternativfamilie der Eingeweihten.

  "Austin Powers - International Man of Mystery", der Auftakt der Reihe von James-Bond-Persiflagen, verwurstete 1996 das Sixties-Flair des Easy-Listening-Revivals. Die Retro-Zeitreise von "Austin Powers in Goldmember" (Synchrontitel:

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