Rostige Flügel

Kultur | ERICH KLEIN | aus FALTER 43/02 vom 23.10.2002

LITERATUR.  "Ruhig Blut", der neue Gedichtband von Birgit Müller-Wieland, ist ein Balanceakt zwichen Kitsch und Kunst, Pathos und Alltagssprache. 

Mein Vater gebar mich mit einem großen Knall. Es war ein Krachen und Bersten. Die Knochen splitterten, und Blut spritzte die Wohnzimmer Wände rot." Dass Birgit Müller-Wieland 1962 in Schwanenstadt tatsächlich so geboren wurde, lässt sich bezweifeln; das Studium der Germanistik in Salzburg schloss sie auf jeden Fall mit einer Dissertation über die "Ästhetik des Widerstands" von Peter Weiss ab, heute lebt sie in Berlin. Mit der "Farbensucherin" (1997), aus der die zitierten Sätze stammen, hat Müller-Wieland nicht nur eine effektvolle Talentprobe abgelegt, die hochromantisch unterlegten Texte wurden bislang auch reichlich prämiert. Für ihren neuen Gedichtband "Ruhig Blut" erhält sie diese Woche den Reinhard-Priessnitz-Preis, Juror: Robert Schindel.

  Drastisch geht es auch in "Ruhig Blut" zu: Wenn etwa die Kinder "vor Lachen ins Moos


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