AUFGEBLÄTTERT

Kultur | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 43/02 vom 23.10.2002

Frankreichs moderne Literaturen sind so einfach zu unterscheiden wie Frankreichs Geographien: Es stehen nur zwei Zuordnungen zur Auswahl. Die Protagonisten der einen tummeln sich ausnahmslos in Paris und beackern die Hektik. Die Protagonisten der zweiten leben ausnahmslos im Rest des Landes, Provinz genannt. Der Wohnort des Autors verrät, ob es sich um einen Avantgardisten wie Francis Carco handelt oder, wie im Fall von Pierre Autin-Grenier aus Carpentras nahe Avignon, um einen Vertreter der hierzulande unbekannten klassischen Schule. "Wo die Kinder als Freunde der Pferde aufwuchsen", dort spielen Autin-Greniers Prosagedichte "Legende vom Anderen", die auf Französisch, Deutsch und Italienisch im kleinen Verlag im Wald erschienen sind. Die Verklärung des tradierten Landlebens, die Verweigerung, am Strudel des Fortschritts teilzunehmen, ist ihr Ansinnen. "Wir" Menschen der Gegenwart "begnügen uns damit", beklagt Autin-Grenier, "die Erde und den Wechsel der Jahreszeiten zu erfinden", während

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