Gut sein und Gutschein

SIEGMAR SCHLAGER | Extra | aus FALTER 44/02 vom 30.10.2002

WIRTSCHAFT. Die Medien stolpern in eine Krise, die sie lange selbst vorbereitet haben. Ihre Ökonomie stolpert hinterher. 

Die Krise auf dem deutschen Zeitungsmarkt hält an. Im ersten Halbjahr 2002 sank die Anzahl der verkauften Exemplare der deutschen Tageszeitungen nach Verbandsangaben auf das niedrigste Niveau seit 1991. (...) Die Zahl der verkauften Publikumszeitschriften ging im 2. Quartal auf 122,13 Mill. von 124,65 Mill. (Stück) im Vorjahreszeitraum zurück" (etat.at zitiert APA/Reuters, 23.7.2002). Was ist da los? Hat das mit dem weltweiten Konjunktureinbruch zu tun? Oder zeigt sich einfach nur, wo die deutschsprachige Medienlandschaft steht? Der Versuch einer Analyse.

  Die Glaubwürdigkeit der Medien in der Gesellschaft ist ins Wanken geraten. Oder ist sie vielleicht schon am Ende? In den letzten hundert Jahren hatten die Printmedien im gesellschaftlichen Diskurs ihre Privilegien verteidigen können - zu Recht. Ihr Argument war, sie seien nicht mit irgendeiner anderen produzierenden

  2500 Wörter       13 Minuten
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