Der Neuling wird gewarnt

CHARLES E. RITTERBAND | Extra | aus FALTER 44/02 vom 30.10.2002

NEUE ZÜRCHER ZEITUNG. Diese Nation hat sich selbst verstümmelt und an den Stummeln ist kaum Nennenswertes nachgewachsen. 

Charmant wie die Wiener nun einmal sind, bekommt der NZZ-Korrespondent hier einmal pro Woche zu hören, die NZZ sei eben die beste österreichische Zeitung. Dieses schmeichelhafte Urteil soll einmal ein namhafter österreichischer Politiker zum Besten gegeben haben, seither ist es offenbar in aller (oder zumindest vieler) Leute Munde. Schön. Doch unweigerlich stellt sich dem Korrespondenten die Frage: Führen seine unermüdlichen Versuche, die Leser jenseits von Arlberg und Bodensee (und in den Wiener Kaffeehäusern) über das Geschehen in Post-Kakanien einigermaßen vollständig, sachlich und ausgewogen auf dem Laufenden zu halten, zu derart erfreulichen Urteilen - oder ist vielmehr das, was die hiesige Presselandschaft zu bieten hat, im Großen und Ganzen so matt, dass im Vergleich dazu selbst das bescheidene Bemühen des helvetischen Beobachters noch einen Schimmer

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