GERTRAUD KNOLL (SPÖ): All Saints

Politik | aus FALTER 44/02 vom 30.10.2002

Hexenjagd im Burgenland" nannten es die Zeitungen. "Schade, dass dich der Hitler nicht vergast hat" oder "Deine Kinder müssen sich schämen für dich, du Hure": Vor zwei Jahren wurde Gertraud Knoll mit anonymen Drohbriefen bombardiert. Kurz zuvor, am 19. Februar 2000, war die evangelische Superintendentin vor 250.000 Demonstranten am Heldenplatz gegen Schwarz-Blau aufgetreten. Dort hatte sie geklagt, dass es schrecklich normal geworden sei, Böses über Juden, Schwarze und Ausländer zu sagen.

Die mediengewandte Bischöfin war schon zuvor umstritten: Der Tierarzt Klaus Fischl, langjähriger Landesvorsitzender der FPÖ-Jugendorganisation, hatte im Burgenland Unterschriften gegen Knoll gesammelt. Sein Vorwurf: Knoll habe "politisiert" und würde damit "die Kirche spalten".

  Gertraud Knoll kann es - genauso wie Christina Luger - trotzdem nicht lassen und versucht noch einmal, Politikerin zu werden. Schon 1998 trat sie bei der Bundespräsidentenwahl gegen Lugner - damals Richard - an. Da


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