Wendephilosophie

KONRAD PAUL LIESSMANN | Politik | aus FALTER 44/02 vom 30.10.2002

ESSAY. Österreich steht vor der Wahl. Doch wie steht es um das gewendete Land? Der "Falter" bittet Österreichs Intellektuelle um ihre Meinung. Teil zwei der Serie: Die Begleiterscheinungen der Wende analysiert 

Was war? War was? Eine Wende? Zumindest gab es Wendebefürworter, Wendegegner und angeblich sogar Wendephilosophen. Was es nicht gab, war die Wende. Was es sehr wohl gab, war die Rhetorik der Wende, der sich Protagonisten und Befürworter der verflossenen FPÖ-ÖVP-Koalition genauso befleißigten wie deren Gegner. Die Wende: Das war die Metapher, mit der ihre Proponenten kaschierten, dass sich hinter dem großspurig proklamierten "Österreich neu regieren" nichts verbarg als die alte Strategie, wo immer es ging, eigene Machtpositionen auszubauen, den politischen Gegner daraus zu verdrängen, die eigene Klientel zu bedienen und ansonsten alles zu tun, was man für modern, zeitgeistig und einen Reformschub hielt; die Wende: Das war für deren Gegner die Metapher, mit der sie ihren

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