OHREN AUF! Unerhört und sexy

Kultur | ANDREAS FELLINGER | aus FALTER 44/02 vom 30.10.2002

Weit jenseits überhand nehmender Restaurationsbemühungen so zahlreicher wie zahnloser "young lions" lassen neue Musiken aufhorchen, die aus historisch gewachsenen (Jazz-)Traditionen sehr wohl bislang unerhörte oder wenigstens sexy Sounds entwickeln. An vorderster Stelle zu nennen wäre das junge Trio Birth aus Cleveland, Ohio. Auf ihrem zweiten Album "Find" (erschienen auf Hopscotch, dem Label des großartigen Free-Saxophonisten Assif Tsahar) kommen Joshua Smith (Sax), Jeremy Bleich (Bass) und Joe Tomino (der Drummer der Zukunft) ihrem selbst gesteckten Ziel, auf Basis der Hymnik eines Albert Ayler mit zeitgemäßer Rhythmik im Idealfall Live-Jungle vom Niveau eines Aphex Twin zu generieren, ein ziemlich schönes Stück näher. Als genügte der Ist-Zustand noch nicht, hält das Album auch noch eine Perspektive parat, wenn im Bonustrack der mögliche Weg ins Reich der aufgehenden Elektronik geebnet wird. Gasttrompeter Cuong Vu sekundiert den jungen Draufgängern mit akzentuiertem Feinnerv.


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