Drei Mal Sterben

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 44/02 vom 30.10.2002

STEIRISCHER HERBST. Der Grazer Jelinek-Abend "Der Tod und das Mädchen I-III" führt exemplarisch vor, wie man mit Elfriede Jelinek auf der Bühne umgehen kann. 

Dafür, dass sie eigentlich keine Theaterstücke schreibt, hat es die Dramatikerin Elfriede Jelinek ganz schön weit gebracht. Sie gewann alle wichtigen Preise, die das deutschsprachige Theater zu vergeben hat; ihre Texte werden nur an den ersten Häusern und von den besten Regisseuren uraufgeführt. Es gehört zu den für Jelinek charakteristischen Widersprüchen, dass sie zwar einerseits immer wieder betont, wie fremd ihr das Theater im Grunde sei, andererseits aber nicht müde wird, es mit Dramen zu beliefern. Und es gehört zu den Paradoxien des Theaters, dass es sich ausgerechnet von einer theaterfremden Autorin wie Jelinek immer wieder zu Höchstleistungen herausfordern lässt.

  Jelineks "Stücke" locken das Theater mit der Schönheit ihrer komplexen Sprachkonstruktionen an und stoßen es in ihrer spröden Unnahbarkeit


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