Dracula im Parlament

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 44/02 vom 30.10.2002

KUNST. Zur selben Zeit eröffnen zwei Ausstellungen mit rumänischer Kunst: eine Koinzidenz nicht ohne brisanten kulturpolitischen Hintergrund. 

Am Tag der Eröffnung traute Dan Perjovschi, der Co-Kurator der Ausstellung "Position: Rumänien", seinen Augen nicht. Wer inspiziert da mit Argusaugen den Informationsstand über die junge rumänische Kunstszene im "A9 - forum transeuropa" des quartier21? Mihai Oroveanu, der designierte Direktor des Museums für zeitgenössische Kunst in Bukarest, für Perjovschi ein rotes Tuch: "Die Bestellung von Oroveanu war nicht transparent. Der Öffentlichkeit wird verschwiegen, was dieses Museum sein soll."

  Wenn Perjovschi gewusst hätte, was Oroveanu in Wien tut, hätte er sein langes Haar gerauft oder zumindest nachdenklich im Rauschebart gewühlt: Sein Kollege ist nämlich Kurator der Ausstellung "Rumänische Malerei der Gegenwart" in der Säulenhalle des Parlaments. Beide Ausstellungen wurden fast zeitgleich eröffnet. Der Unterschied: Im A9, dem


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