Stadtrand: Früher oder später?

Stadtleben | aus FALTER 44/02 vom 30.10.2002

Eine Stadt ist im Jetlag. Oder in einem vergleichbar wirren Zustand. So hat es zumindest den Anschein. Zweimal jährlich werden Europas Uhren eine Stunde vor beziehungsweise zurückgestellt. Wieso und warum wissen wir ja. Und an sich ist das Ganze keine so komplizierte Angelegenheit. Nach all den Jahren sollte man sich da wohl auch dran gewöhnt haben. Sollte man annehmen. Dass es aber nicht so ist, zeigen die an Albernheit grenzenden Gespräche, die noch Tage nach der Umstellung geführt werden. Sie reichen von Rechnereien à la "Eigentlich ist es ja schon eine Stunde später" über das verwunderte "Mir kommt vor, es wird schon früher dunkel" oder "Mei, jetzt ist es um vier schon dämmrig" bis zu komplett durcheinander gebrachten Körperbefindnissen wie "Es ist noch nicht Abend, und ich habe schon wieder Hunger". Absurd, oder? Wer nicht gerade Säuglinge zu stillen hat (diejenige braucht ohnehin keine Uhr) oder im landwirtschaftlichen Bereich tätig ist (Kühe gewöhnen sich angeblich nie an die Zeitumstellung), muss sich doch wirklich nicht so aufführen, als sei er gerade Langstrecke geflogen und innerührlich komplett durcheinander. Die Uhren sind umgestellt, so ist das nun mal. Wie war das noch? Ist es jetzt eine Stunde früher oder später? C. W.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige