Haus der Höhepunkte

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 44/02 vom 30.10.2002

STUNDENHOTELS. Nackte Haut und erregte Glieder: Ein jüngst erschienener, grandios verhunzter Fotoband präsentiert das Hotel Orient im Hochglanzformat als verkitschtes Edelpuff. Aus diesem Anlass: eine Nachschau in der Institution, aus der gewöhnlich kein Mucks nach außen dringt. 

Die Geschichte fängt mit einer grausam quietschenden Matratze an. Eine heftige Bewegung auf dem Bett, ein unendlich lang gezogenes Quietschen. Die ganze Welt ist mit einem Schlag ein schalltoter Raum, alle Geräusche verhallen tonlos, nur hier, im Zimmer mit der Matratze, brüllt es. Ein ganzer Stoß von Bewegungen, schnell nacheinander ausgeführt: Man möchte im Rosshaar, man möchte im Boden versinken. Haben nicht auch schon die Wände Ohren?

  Gerti Pertiller, Jahrzehnte ist das her, liegt also auf der Matratze. Es quietscht.

  Wie haben Pertiller vorher die Knie geschlottert, als sie, 18 Jahre alt und erlebnishungrig wie nur, mitsamt einem Galan das Haus am Tiefen Graben 30 betreten hatte!

  Und jetzt


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige