Sideorders: Dicke Dinger

Stadtleben | aus FALTER 44/02 vom 30.10.2002

Zurzeit entstehen in Wien neue Lokale mit einer Sitzplatzanzahl von mindestens tausend Plätzen wöchentlich, was sich der Logik zufolge irgendwie nicht ganz ausgehen kann. Weil so viele Gäste gibts in Wirklichkeit nämlich gar nicht. Aber gut, da werden sie schon alle draufkommen und dann ordentlich Geld versenkt haben. Ob sich all die neuen, großen Dinger halten werden, die gerade aufsperren, ist zu bezweifeln, an folgenden Plätzen wird mans nachvollziehen können:

Aux Gazelles, 6., Rahlg. 5, Tel. 585 66 45, tägl. 10-23 (Café), Mo-Sa 12-15, 18-23 Uhr (Restaurant).

1600 unterirdische Quadratmeter, ein Deli, ein Nachtclub, ein Bazar, ein Restaurant und vor allem ein weitläufiges Spa mit türkischem Dampfbad in Marmor aus Marmara, Massageräumen und Wellnessbereichen. Die Küche (marokkanisch) ist einstweilen noch nicht so wahnsinnig gut, wobei Austern und Champagner billig abgegeben werden. Die Hütte brummt jedenfalls.

Babu, 9., Bögen 181-184, Tel. 479 48 49, tägl. 12-16, 19-23 Uhr.

Zwei riesige Stadtbahnbögen, angefüllt mit zwei Bars, Straußenlederlounges auf Balkonen, einem Restaurant. Das wird von Thomas Zwickl bekocht, der zuvor im Mumok so tolle Sachen auf den Teller bekommen hat. Hier gelingt ihm das weniger, es gibt asiatisches Yuppiefutter und Austroklassiker. Wenig Licht, laute Musik und ebenfalls total überlaufen.

Der amerikanische Konzern, in dessen Ursprungsbar angeblich der Long Island Icetea erfunden wurde und Tom Cruise für seinen Film "Cocktail" übte, probiert es nach seinem Flop am Neuen Markt noch einmal. Diesmal also Amifutter vom Fließband auf riesiger Grundfläche gleich gegenüber dem ersten McDonald's - das alleine wird wohl nicht reichen. Mehr demnächst.


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