Mitleid mit Mock!

Vorwort | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 45/02 vom 06.11.2002

KOMMENTAR. Wenn sich die Politik schon "freiwilliger" Selbstmediatisierung unterwirft, könnte der Journalismus ruhig politisch werden. 

Neulich, auf einem Stadtplatz in Oberösterreich: Bevor der Spitzenkandidat auf seiner Bundesländertour vor einer riesigen Videowall auftritt, wird ein kurzer Film über ihn gezeigt. Es folgt ein wortloser Videoclip, das neben einigen Schnappschüssen aus Jugendzeit & Familienleben hauptsächlich das dokumentiert, was die auf dem Hauptplatz Versammelten just in diesem Moment geboten kriegen: einen Politiker, der einen Politiker darstellt; einen, der Kontakt hält zu "den Menschen", also zu jenen, die sich dann in den kurzen Pausen dieser Wahlkampfinszenierung tatsächlich immer wieder selber auf der Videowall sehen können - so, als müssten sie von ihrer eigenen Präsenz erst dadurch überzeugt werden, dass sie gefilmt und in Echtzeit auf den Screen projiziert werden.

  "Mein Gott, es ist halt Wahlkampf!" Der abgebrühte Realismus jener, die darauf


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