DOLM DER WOCHE: Ernst Strasser

Politik | aus FALTER 45/02 vom 06.11.2002

Der christdemokratische Innenminister, der stets so stolz war, die Distanz zur FPÖ gehalten zu haben, verkommt immer mehr zum rechtspopulistischen Hardliner. Er kritisiert Urteile unabhängiger Gerichte und Behörden, wenn sie ihm nicht in den Kram passen, er stellt Asylwerber auf die Straße, er beschimpft die Caritas als unmenschlich, er warnt vor Ausländerflut. "Die Bevölkerung steht hinter mir", glaubt Strasser und setzt auf Populismus, wo Sensibilität gefragt ist. Nun hat er sich einen weiteren Skandal geleistet. Per interner Weisung, die "bitte diskret zu behandeln ist", hielt Strasser die soeben eingesetzte Firma "Homecare" (sie berät nun statt der Caritas die Flüchtlinge) dazu an, Asylwerber falsch über Asylverfahren zu informieren. Die Wahrheit sei nämlich für eine schnelle Abschiebung aussichtsloser Fälle "nicht dienlich". Das Kotzen kann einem bei solchen Methoden kommen.


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