PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 45/02 vom 06.11.2002

"Nach ,Nichts als die Wahrheit' muss die Philosophiegeschichte neu geschrieben werden", meint die Jungle World. Bei dem Bestseller handelt es sich um die Biografie von Dieter Bohlen, der "das Bloch'sche Prinzip Hoffnung und das Jonas'sche Prinzip Verantwortung einer subjektorientierten Radikalisierung" zuführt. "Kulturelle Interaktion, das weist Bohlen eindringlich nach, hat auch einen Resonanzboden im intergeschlechtlichen Austausch", schreibt die deutsche Wochenzeitung weiter. "Bohlen vollzieht hier die Erweiterung der Staats- und Klassenanalyse um ihre genderspezifischen Aspekte, die auch vor der Reproduktionssphäre nicht Halt macht: ,Und Abwaschen finde ich schon mal ganz unmännlich.'" Oder: "Die Hegemonisierung der Frau gelingt nur duch ein Verfahren, das man im Gramsci'schen Sinn als Integration via Diskurs bezeichnen kann: ,Wir fingen an zu quatschen, so press-press und ,bröckel-bröckel.'" Das meint der intellektuelle, linke Autor natürlich alles ironisch. Einfach zuzugeben, dass er Bohlen schaurig-faszinierend findet, weil der ein derber Prolet ist, der viel über Sex redet, wäre ja halb so lustig und viertel so lang.


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