Endlich entseelt!

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 45/02 vom 06.11.2002

FILM. Der Avantgardefilmemacher Martin Arnold befreit Filme von ihren Schauspielern und verwandelt die Kunsthalle in ein Leichenschauhaus: "Deanimated" lässt die Ausstattung endlich über den Menschen triumphieren. 

"Wenn etwas über zwei Minuten langweilig ist, versuche ich es über vier Minuten. Wenn es immer noch langweilig ist, dann acht Minuten. Dann sechzehn. Dann zweiunddreißig. Irgendwann wirst du entdecken, dass es überhaupt nicht langweilig ist."

John Cage

Was ist da los? Gerade hat man einen stockfinsteren Raum betreten, an dessen Fluchtpunkt das vertraute Bildknistern "Kino" verheißt. Eine pathetische Orchesterouvertüre schwillt an, und die Credits eines Schwarz-Weiß-Films tauchen aus dem Dunkel der Leinwand auf: "Bela Lugosi in: The Invisible Ghost". Schriftbild, Musik und Star verheißen ein vertrautes Bezugsystem - einen alten Gruselfilm. Im Kontext einer zeitgenössischen Ausstellung kann das erfahrungsgemäß wohl nur ironisch gemeint sein, "dekontextualisiert", "neu


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