FILMPHILOSOPHIE - Symposion: "Film/Denken"

Kultur | aus FALTER 45/02 vom 06.11.2002

Wo steht der Film heute? "Am besten", sagt Martin Arnold über seine Filminstallation "Deanimated", "begreift man das, was nicht mehr da ist." Angesichts der unzähligen offenen Fragen, die sich den Medien- und Kulturwissenschaften in der Auseinandersetzung mit Film stellen, kann man behaupten: Danke, er steht gut da - und weil sich mit der Materialität des Films auch seine künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten rapide ändern, heute womöglich besser als je zuvor.   Das internationale Symposion "Film/Denken" versucht, Film bewusst interdisziplinär, u.a. von der Psychoanalyse, der Philosophie, den Women's Studies her zu denken. Was bedeutet die Begegnung zwischen Philosoph und Filmautor, fragt Slavoj ZÇizÇek, etwa zwischen Gilles Deleuze und Robert Altman? Was hat Film mit Identität, mit der Suche nach einem anderen Selbst zu tun, fragt der Philosoph Richard Shusterman. Und was, fragt Cynthia Freeland, bedeutet das Verständnis eines Films für die Bewertung desselben?   Zeugen der Beweisaufnahme sind, neben eher "klassischen" Arbeiten (von Altman über Sam Peckinpah bis Jerry Lewis und Eddie Murphy), solche dreier heimischer Avantgardefilmer: Arnold, der persönlich durch seine Ausstellung führt, Gustav Deutsch, dessen groß angelegte DVD-Installation "Film ist. (1-12)" erstmals in Wien zu sehen ist, sowie Peter Kubelka, der mit einem seiner notorisch kurzweiligen Veranstaltungsabende ("Film als Ereignis, Film als Sprache, Denken als Film") das nach mehrmonatiger Umbauphase technisch neu gerüstete Österreichische Filmmuseum nunmehr quasioffiziell wiedereröffnet. MICHAEL OMASTA Von 8. bis 10.11. im Project Space/Kunsthalle am Karlsplatz (einzelne Termine finden Sie im Wienprogramm bzw. Filmlexikon).


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