Landstraße gen Osten

MAYA McKECHNEAY | Kultur | aus FALTER 45/02 vom 06.11.2002

FILM. Das Gute an Andrea Maria Dusls Roadmovie "Blue Moon" sind die Abzweigungen und Schlaglöcher der Erzählung. 

Wenn ein Film seine Helden auf die Reise schickt und dabei das Unterwegssein schließlich wichtiger wird als das Ziel selbst, dann sprechen wir von einem Roadmovie. Bei Andrea Dusls "Blue Moon" zum Beispiel handelt es sich um ein solches; wollte man jedoch den Genrebegriff übersetzen, wäre in diesem Fall "Landstraßenfilm" wohl die passendste Entsprechung. Und das ist nicht unbedingt negativ zu verstehen. "Blue Moon" ist ein Roadmovie, das nicht an den Rausch der Geschwindigkeit glaubt, eher schon an die Poesie der Schlaglöcher, die sich im Lauf dieser Erzählung rund um drei Losertypen auftun.

  Josef Hader spielt den Wiener Kleinganoven Johnny Pichler, der nach einer misslungenen Geldübergabe gemeinsam mit der russischen Hostess Shirley (Victoria Malektorovych) im gestohlenen Cadillac Richtung Osten flüchtet. Auf der Fahrt über die Slowakei in die Ukraine reden die

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