Kampf der Mikroben

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 45/02 vom 06.11.2002

TANZ/MUSIKTHEATER. Mit Werken von Claudio Monteverdi und Luciano Berio macht sich die Choreographin Saskia Hölbling auf eine genre- und drei Jahrhunderte übergreifende Suche nach starken Affekten. 

Als die italienischen Theatervisionäre Societàs Raffaelo Sanzio, deren Inszenierungen ebenso kryptisch wie radikal körperlich sind, mit Claudio Monteverdis "Il combattimento di Tancredi e Clorinda" vor zwei Jahren bei den Wiener Festwochen gastierten, wurde der Kampf zwischen dem Kreuzritter Tancredi und der als Mann verkleideten muslimischen Clorinda kurzerhand ins Mikroskop verlegt. Auf eine Leinwand vergrößert, konnte man Samenzellen in ihrem verzweifelten Wettlauf um das zu befruchtende Ei beobachten.

  Dass sich die spannendsten Kämpfe im Körper abspielen, das würde wohl auch jeder Choreograph bestätigen. Dass sich die Bühne für Claudio Monteverdi (1567-1643) - zu seiner Zeit ein radikaler Vertreter der Moderne - begeistern kann, liegt wahrscheinlich an seiner körperbetonten


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