Die Nacht der lebenden Toten

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 45/02 vom 06.11.2002

THEATER Apokalypse nach Vorschrift: Martin KusÇej inszeniert Ödön von Horváths "Glaube Liebe Hoffnung" am Burgtheater. 

Als Martin KusÇej im Burgtheater Franz Grillparzers Lustspiel "Weh dem, der lügt!" inszenierte, strich er aus dem Wort "Lustspiel" die Lust heraus. Übrig blieb ein Lustspiel, und es war klar: Das ist der Ernstfall. Jetzt, drei Jahre später, inszeniert der Regisseur "Glaube Liebe Hoffnung" von Ödön von Horváth", und vom Untertitel "Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern" ist nur "Totentanz" übrig geblieben. Alles klar: KusÇej ist wieder da.

  Horváth, der österreichisch-bayerische Autor mit den ungarischen Wurzeln, und KusÇej, der Kärntner Regisseur mit den slowenischen Vorfahren, sind verwandte Seelen: Beide sind melancholische Einzelgänger, die sich keine Illusionen machen; beide sind fanatische Formalisten, die ihre dunklen Geschichten in klar konzipierte Rahmen stellen. Keinen anderen Dramatiker hat KusÇej bisher so oft inszeniert wie diesen: Die


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