SPIELPLAN

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 45/02 vom 06.11.2002

Wenn Severin Groebner so weitermacht, wird noch ein ewiges Talent aus ihm. Der Kabarettist ist jetzt auch schon über dreißig, aber seine Programme sehen immer noch wie Talentproben aus. Statt sich auf seine Stärken (komische Physiognomie, vertrackte Wiener Poesie, bizarre Songs) zu konzentrieren und damit endlich einen durch und durch gelungenen Abend zu gestalten, hat er sich - typischer Anfängerfehler - übernommen: Groebners drittes Solo "Ganz im Ernst" spielt auf nicht weniger als drei Ebenen. Das überlange (gut zwei Stunden reine Spielzeit) Programm im unbequemen Bar&Co-Raum der Drachengasse enthält erstens Fragmente eines Versdramas, aus dem dann doch kein Programm geworden ist, zweitens Szenen aus der - mäßig originellen - Beziehungskrise des Künstlers und drittens, vor allem, die im Untertitel versprochene "Geschichte des Humors in 120 Minuten". Die Idee, die Weltgeschichte von den alten Griechen bis zum Dritten Reich zur Humor-Historie umzudeuten, ist gut genug für eine


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige