MEHR THEATER: Spannende Orte

Extra | aus FALTER 45/02 vom 06.11.2002

Tanzquartier Wien, 7., Museumsplatz 1, Tel. 581 35 91, www. tanzquartier@tqw.at

Nicht überall, wo Tanz draufsteht, ist auch Tanz drinnen. Längst hat der moderne Tanz sein Terrain erweitert - im Dezember etwa machen sich "Hygiene Heute" mit echten Physikern auf die Suche nach den geheimnisvollen Higgs-Teilchen. Das Tanzquartier bespielt die schmucklose, ziemlich ideale Halle G im MuseumsQuartier.

Männerwohnheim, 20., Meldemannstraße 25-27, Tel. 925 32 27.

Adolf Hitler hat hier gewohnt und vergeblich versucht, als Künstler ernst genommen zu werden. Im Sommer soll jenes Männerwohnheim, das einst als überaus modern galt, aus sanitären Gründen endgültig geschlossen werden. Zuvor aber haben Theaterbesucher noch die einmalige Möglichkeit, Taboris Farce "Mein Kampf" bis 13.11. an seinem Originalschauplatz zu erleben. Hubsi Kramar, der ausnahmsweise nicht den Hitler spielt, inszeniert mit Schauspielern und Meldemann-Bewohnern.

Kabarett Stadnikow, 1., Biberstraße 2, Tel. 512 54 00.

Früher, bei den Pradler Ritterspielen, konnte man in der Kellerbühne unter dem Café Prückel einfach "Noch amol" rufen und die Szene wurde so oft wie gewünscht wiederholt. Bei "Phettbergs Hirnstromprotokoll", jeweils dienstags, ist jeder Abend eine Premiere, bei der man nicht weiß, wo sie einen hinführt. Phettberg liegt im Bett und beginnt laut zu träumen, er sagt, was ihm in den Sinn kommt. Die Zuschauer bewegen sich wie bei einer Ausstellung frei im Raum. Wie so oft ist jenes Theater, das eigentlich keines sein möchte, das beste.

Das virtuelle Burgtheater, www.burgtheater.at

Für alle, die zuerst aus sicherer Distanz die Lage auschecken wollen, empfiehlt sich die "virtuelle" 360-Grad-Panoramatour durch das Burgtheater, die Perspektiven zeigt, die sogar dem realen Besucher entgehen - etwa der spektakuläre Ausblick vom Dach oder der Schnürboden, der zumindest im Netz wie ein Raumschiff aussieht.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige