Radikal? Pragmatisch?

RAIMUND LÖW | Vorwort | aus FALTER 46/02 vom 13.11.2002

AUSLAND. Nach der Irak-Resolution der UNO haben Bushs rechte Revolutionäre einen Rückschlag erlitten. 

Den Status quo in der kolonialen Welt Mittelasiens beenden und mit revolutionärem Schwung das morsche britische Imperium von seinen schwächsten Gliedern aus aufrollen: Das waren die großartig klingenden Ziele, die sich der bolschewistische "Kongress der Völker des Ostens" im aserbeidschanischen Baku im Herbst 1920 setzte. Die Kommunistische Internationale stand am Höhepunkt ihres weltrevolutionären Überschwangs. Noch waren die großartigsten geopolitischen Umsturzpläne frisch, die pragmatische Machtpolitik späterer Jahre fern.

  Ähnlich revolutionär, aber genauso unrealistisch klingt, was zur Zeit aus den Thinktanks der amerikanischen Rechten zu hören ist. Da plädieren die neokonservativen Ideologen der "Rand Corporation" um Richard Perle und Paul Wolfowitz dafür, das gesamte internationale System über Bord zu werfen und den Krieg gegen den Terrorismus zu einer völligen

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