Bei ihrer Ehr

FLORIAN KLENK und NINA WEISSENSTEINER | Politik | aus FALTER 46/02 vom 13.11.2002

POLITISCHE KULTUR. Im Wahlkampf, wo der Handschlag zählt, wird gelogen und betrogen wie nie zuvor.Die Wähler stört es nicht. Warum eigentlich? 

Peter Westenthaler, der abgetretene blaue Klubchef, hat es "noch nie getan". Der Grüne Peter Pilz tat es "nur als kleiner Schüler, um, anstatt zu büffeln, im Bahnhofsrestaurant in Bruck Karten spielen zu können". Der rote Klubobmann Josef Cap hat bloß "Sachverhalte manchmal nicht so umfangreich wiedergegeben, wie sie vielleicht waren". Und sein schwarzer Kollege will auf die Frage, ob er jemals gelogen habe, "gar keine Antwort geben". Nur so viel sagt Andreas Khol: "Ich habe nie vorsätzlich die Unwahrheit gesagt. Ich habe aber auch nicht immer alles gesagt, was ich wusste."

  Klare Sache. Politiker lügen nicht. Vielleicht drehen sie ab und zu ein wenig an den Tatsachen. Doch vorsätzlich die Unwahrheit sagen? Niemals!

  Seltsam. Wer vergangene Woche durch die Pressedienste der Parteien surfte, konnte dort viel finden, nur nicht die

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