Fehlgriff Wende

HEIDE SCHMIDT | Politik | aus FALTER 46/02 vom 13.11.2002

ESSAY. Österreich steht vor der Wahl. Doch wie steht es um das gewendete Land? Der "Falter" bittet Österreichs Intellektuelle um ihre Meinung. Teil vier der Serie: Über die Verluderung der politischen Kultur und die Beschädigung des Rechtsstaates. 

Torkeln wir ins 21. Jahrhundert?", fragte Andreas Khol 1998 am Beginn seines Buches "Mein politisches Credo". In seinem drei Jahre später erschienenen Folgewerk stellt er dann erleichtert fest: "Die Wende ist geglückt." Der Begriff der "Wende" hat sich bei Freund wie Feind inzwischen eingebürgert. Umstritten ist aber, ob das ein Glück ist. Wie kam es, dass das Bedürfnis nach "Wende" so groß war, dass der Begriff so leicht instrumentalisiert werden konnte? Wie stand es davor um das Land?

  Eines der Schlüsselworte, das alles Übel erklärte, war "Reformstau". Im Übrigen eine bemerkenswerte Wortschöpfung, weil sie - etwa im Gegensatz zum bekannten Verkehrsstau - nicht meint, dass der Stillstand dadurch eintritt, dass zu viele Reformen

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